Windkraft im Käfertaler Wald nicht sinnvoll

Datum: 
11.11.2015

Die im Umweltforum zusammengeschlossenen Umwelt-, Naturschutz- und Verkehrsverbände erklären zu den Windenergie-Konzentrationszonen im Käfertaler Wald:
Wir bezweifeln, dass für eine wirksame Klimapolitik in Mannheim die Errichtung von Windgeneratoren im Käfertaler Wald ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll und erforderlich ist:

  1. Der Käfertaler Wald ist ein für die Mannheimer Bevölkerung wichtiges und vielgenutztes Erholungsgebiet. Die Vernichtung von 3 bis 3,5 Hektar Wald zugunsten des Baus von Rotormasten schlägt eine nicht wiedergutzumachende Schneise in diesen Wald. Wo diese verlorenen Flächen ausgeglichen werden sollen und können wurde bislang nicht dargelegt.
  2. Neben den Belangen der Bevölkerung sind auch die Belange des Natur- und Artenschutzes bislang nicht überzeugend berücksichtigt. So sind im Käfertaler Wald beispielsweise 618 Pilzarten nachgewiesen, darunter auch einige Arten, die auf der Roten Liste (RL 2 und RL3 ) stehen (siehe Online Kartierung der DGFM MTB 6417/3 http://brd.pilzkartierung.de).
  3. Die Wirtschaftlichkeit auf Basis einer ausreichenden Windhöffigkeit ist in unseren Augen nicht nachgewiesen. (Wenige Kilometer nördlich, bei Lampertheim-Hüttenfeld, wurden die Planungen wegen gemessener zu geringer Windhöffigkeit von lediglich 4,72 Meter pro Sekunde eingestellt.)

Grundsätzlich erklären wir dazu:

  • Wir begrüßen generell alle Maßnahmen, die zur Energiewende führen, darunter explizit die Neueinrichtung erneuerbarer Energiequellen.
  • Wir begrüßen das Vorgehen der Landesregierung, Vorrangzonen für Windkraft auszuweisen, um die Errichtung von Windkraftanlagen einer Regulierung zu unterwerfen.
  • Wir plädieren für weitere Maßnahmen zum Schutz des Klimas in Mannheim, insbesondere
    • den mittelfristigen Ausstieg aus der Kohleverbrennung,
    • die zukunftssichere Gestaltung der Fernwärmeversorgung, z. B. durch Nutzung der Abwärme aus den Kraftwerken der Friesenheimer Insel für die Fernwärmeversorgung, Dezentralisierung der Wärmebereitstellung durch den Aufbau von Gas-Heizkraftwerken und die quartiersweise Anpassung des Fernwärmenetzes an die anstehende Dezentralisierung der Wärmeerzeugung.
    • die verstärkte Nutzung von Solarstrom und Solarthermie,
    • vermehrte Anstrengungen zum Erreichen einer höheren Energieeffizienz sowie eine
    • verstärkte Förderung von nachhaltiger Mobilität.
  • Wir unterstützen entsprechende Maßnahmen örtlicher Akteure, etwa von MVV Energie und Klimaschutzagentur, und plädieren für deren verstärkten Ausbau.