Stadtgrün verbessern!

Datum: 
24.09.2015

Die im Umweltforum zusammengeschlossenen Umwelt-, Naturschutz- und Verkehrsverbände erklären zum Thema Stadtgrün:

Wir begrüßen das Engagement vieler Bürger für den Erhalt bedrohter Stadtbäume. Über den Erhalt der vorhandenen Bäume hinaus braucht Mannheim allerdings dringend weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas. Nicht zuletzt die Rekordtemperaturen dieses Sommers haben vor Augen geführt, wie wichtig dies für die Zukunft sein wird. Wir schlagen vor:

  • Nachhaltige Sicherung und Weiterentwicklung des innerstädtischen Baumbestandes.
    Bäume in Mannheim dürfen nicht mehr aus ästhetischen Gründen oder zugunsten von weiteren verdichtenden Bauvorhaben abgeholzt werden.
  • In der Innenstadt muss zudem eine umfassende »Aufforstung« stattfinden: Die Bäume in den Planken dürfen nicht abgeholzt werden: Weder 97 noch 27! Stattdessen sind die Planken, insbesondere die kahlen Seitenstraßen der Planken, mit weiteren Bäumen zu bepflanzen.
  • Die Vernichtung von 11 Stadtbäumen in T 4/5 lehnen wir entschieden ab! Die Planungen müssen so abgeändert werden, dass diese Bäume ausnahmslos erhalten werden.
  • Änderung der Baumschutzordnung dahingehend, dass für abgeholzte Bäume, sollte aus besonders wichtigen Gründen diese Maßnahme unvermeidlich sein, in einem noch zu klärendem Verhältnis (jedenfalls nicht 1:1, sondern deutlich mehr) Ersatz geschaffen werden muss, damit die klimarelevante Leistung eines Baumes gleichwertig ersetzt wird. Diese Verordnung muss in Zukunft verbindlich für private Investitionen und öffentliche Bauvorhaben gelten.
  • Erstellung eines 10-Jahre-Planes zur Stadtbegrünung. Damit wäre zugleich ein Umbau möglich, der bessere Verhältnisse für Fußgänger und Radfahrer schafft. Neue baumbestandene Straßenzüge dienen außerdem der innerstädtischen Vernetzung von Grünräumen.
  • Initiierung eines Investitions- und Beratungsprogrammes für Dach- und Fassadenbegrünung und Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen. Das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten bietet hierfür eine gute Diskussionsgrundlage; Bezuschussung durch Land, Bund oder EU wären zu prüfen.
  • Nachhaltige Sicherung und Weiterentwicklung der städtischen Parkanlagen, Kleingärten, Friedhöfe sowie anderer Grün- und Freiflächen. Die innerstädtischen Grün- und Freiflächen sollten über »grüne Strahlen und Speichen« als Biotopverbindungen mit der Region verbunden werden.
  • Ausrichtung der Stadtplanung und Stadtentwicklungsplanung an Kriterien der Frischluft-, Licht- und Freiraum-Versorgung.
  • Prüfung von Möglichkeiten zur Entsiegelung und Begrünung großflächig versiegelter Flächen (Großparkplätze).