Mehr Frischluft für Mannheim – Aufheizen der Innenstadt verhindern

Datum: 
19.07.2016

Die für den Grünzug Nord-Ost vorgelegte Planung des Büros RMP zur Umsetzung der BuGa 2023 wurde hinsichtlich ihrer klimatischen Auswirkungen einer erneuten Begutachtung durch das Büro Ökoplana unterzogen. Darin kommt der Gutachter zu dem Ergebnis, dass die vorgelegten Planungen die Vorgaben aus dem Klimagutachten von 2013 sehr gut erfüllen würden.
Die Mitgliedsverbände des Umweltforums teilen diese Schlussfolgerungen nicht und fordern darüber hinaus mehr Anstrengungen für die Verbesserung der Frischluftzufuhr, um zukünftig  in der Innenstadt noch wohnen und schlafen zu können.

Die im Umweltforum zusammengeschlossenen Umwelt-, Naturschutz- und Verkehrsverbände haben in der Vergangenheit mehrfach zur Entwicklung des Grünzuges Nord-Ost Stellung genommen.
Wir verweisen erneut auf zwei von den Bürgerplanungsgruppen zum Grünzug Nord-Ost mehrheitlich verabschiedete Eckpunkte mit folgenden Forderungen:

  • Naturnahe Gestaltung des Grünzuges Nordost und damit die Gewährleistung einerwirkungsvollen Frischluftschneise (und damit verbunden die Ablehnung einer Bebauung in Käfertal sowie der Abriss der U-Halle)
  • Erhalt des Landschaftsschutzgebietes in der Feudenheimer Au in seiner Gesamtheit

Wir bekräftigen unseren Standpunkt, dass die Verbesserung der klimatischen Verhältnisse in Mannheim und insbesondere in der Innenstadt im Mittelpunkt der Planungen für den Grünzug Nord-Ost stehen muss. Dies bedeutet unter anderem:

  • Wir fordern eine Überarbeitung der Planungen für den Grünzug Nord-Ost mit dem Ziel einer wesentlichen Verbesserung der klimatischen Verhältnisse im unmittelbaren Einflussbereich des Grünzuges und verweisen in diesem Zusammenhang auf die Grünzugplanung aus dem Jahr 1992.
  • Das Gewerbegebiet Talstraße engt die Frischluftschneise ein. Als langfristige Perspektive soll deshalb eine Verlegung der Betriebe in die künftigen Planungsüberlegungen einbezogen werden. Aus dem gleichen Grund lehnen wir die Errichtung eines neuen Betriebshofes auf dem Spinelli-Gelände ab. Dieser würde langfristig die Verlegung des Gewerbegebiets blockieren. Als Planungsziel soll die Stadt einen alternativen Standort entwickeln.
    In der Feudenheimer Au  soll kein Grundwassersee gebaut werden.
  • Die Frischluftzufuhr muss über die Minimalanforderungen hinaus deutlich erhöht werden. Nach Aussagen des Klimagutachtens sind durch die Grünzug-Planungen positive Auswirkungen auf die Innenstadt nicht zu erwarten. Daraus kann nur folgen, dass weitere und deutliche Anstrengungen unternommen werden müssen, um die klimatischen Bedingungen in der Innenstadt zu verbessern.
    Dafür ist eine neue Stadtklimauntersuchung mit dieser Zielsetzung erforderlich.

Mit dem Förderprogramm für Dach- und Fassadenbegrünung wurde ein erster richtiger und wichtiger Schritt getan. Bei Bebauungsplanverfahren wird es darauf ankommen, solche Begrünungen vorzuschreiben und konsequent durchzusetzen.

Erforderlich sind vermehrte Anstrengungen für Erhalt und Ausweitung von Stadtbäumen und Grünflächen und weitere klimawirksame Maßnahmen, die sich aus einer noch zu erstellenden Stadtklimauntersuchung ergeben.

Anhang:
»Positionspapier Anpassung an den Klimawandel« des Deutschen Städtetages (2012)