Auf dem Weg zum Grünzug Mannheim Nord-Ost

Datum: 
24.02.2016

Auf dem Weg zum Grünzug Mannheim Nord-Ost Zur weiteren Entwicklung des Grünzuges Nord-Ost haben die im Umweltforum zusammengeschlossenen Umwelt-, Naturschutz- und Verkehrsverbände einen gemeinsamen Vorschlag erarbeitet. Er nimmt Bezug auf die Entwicklungs- und Machbarkeitsstudie »Rahmenplan Grünzug Mannheim Nord-Ost«, die 1993 von der Stadt Mannheim erstellt und im Gemeinderat verabschiedet wurde.
Unserer Meinung nach ist diese Studie hervorragend geeignet, den Grünzug Mannheim Nord-Ost zu beschreiben und ihn darauf basierend weiterzuentwickeln. Insofern schlagen wir vor, den »Rahmenplan Grünzug Mannheim Nord-Ost« zur Grundlage des freiraumplanerischen Masterplanes für den gesamten Grünzug Nord-Ost zu machen.

Auf dem Weg zum Grünzug Mannheim Nord-Ost
Die Position des Umweltforums

Vorbemerkung
Für eine gedeihliche Diskussion um die Entwicklung des Grünzuges Nord-Ost halten wir es für erforderlich,

  • eine exakte Bestimmung des gesamten Gebietes »Grünzug Nord-Ost« vorzunehmen, das von der Stadt Mannheim/Dezernat IV in der Entwicklungs- und Machbarkeitsstudie »Rahmenplan Grünzug Mannheim Nord-Ost« 1992 beschrieben und vom Gemeinderat 1993 beschlossen wurde;
  • eine Kostenschätzung für die Entwicklung des Grünzuges mit und ohne Bundesgartenschau unter Darlegung sämtlicher möglicher Fördermittel mit und ohne Bundesgartenschau zu erstellen.

Der Grünzug soll ökologisch hochwertig angelegt werden

  • Die hochwertigen Biotope, die das Planungsbüro IUS in seiner artenschutzrechtlichen Bestandserfassung 2015 beschrieben hat, werden erhalten und weiterentwickelt. So kann in der weiteren Bearbeitung der Biotopverbundplanung das Naturdenkmal ›Die Bell‹ stabilisiert und deren ökologische Bedeutung ausgebaut werden. Diesem so entwickelten großen Sandrasenlebensraum kommt eine bedeutende Rolle im innerstädtischen Biotopverbund zwischen dem Dossenwald im Süden und dem neuen NSG Coleman im Norden zu.
  • Zur Schaffung von Lebensräumen für Amphibien sollen Geländesenken zur Bildung temporärer Gewässer sowohl auf Spinelli als auch in der Au angelegt werden. Einen Grundwassersee lehnen wir als schwerwiegenden Eingriff in das Grundwasser ab. Die LSG Verordnung sieht als Entwicklungsziel lediglich Feuchtgebiete vor.
  • Eingriffe in die Topographie des Hochgestades sind zu unterlassen, die Hangkante im Norden und Osten soll in ihrer ökologischen Wertigkeit erhalten und weiterentwickelt werden. Kleingärten sollen nicht verlagert werden, dies ist weder ökologisch noch ökonomisch darstellbar. Der Baumbestand soll erhalten werden.
  • In der Feudenheimer Au soll die landwirtschaftliche Nutzfläche im Sinne des Bodenschutzes nicht reduziert werden sowie der ökologischer Landbau gefördert werden.

Der Grünzug soll in seiner bioklimatischen Funktion hochwertig angelegt werden

  • Ein zentrales Ziel der Grünzuggestaltung muss eine hohe Klimawirksamkeit sein. Diese setzt eine Mindestbreite der Frischluftschneise von 600 m voraus, damit der erforderliche Kaltluftvolumenstrom von 10.000 m3/s angesichts der im Gutachten angesprochenen Verschärfung der Klima-Verhältnisse in Mannheim durch die Erderwärmung auch in Zukunft erreicht werden kann. Für ein Verbesserung der klimatischen Verhältnisse in der Innenstadt darf eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Kaltluftstromes nicht verbaut werden. An dieser Mindestbreite soll sich die für Käfertal-Süd vorgesehene Randbebauung ausrichten.
  • Die am Südrand von Käfertal geplante Bebauung soll aufgelockert sein, um die Belüftung des Stadtteils möglichst wenig zu behindern.
  • Wir halten die vollständige Entsiegelung und den Abriss aller militärischen Hallen einschließlich der U-Halle in diesem Bereich für notwendig.
  • Das Gewerbegebiet Talstraße engt die Frischluftschneise ein. Als langfristige Perspektive soll deshalb eine Verlegung der Betriebe in die künftigen Planungsüberlegungen einbezogen werden.
  • Aus dem gleichen Grund lehnen wir die Errichtung eines neuen Betriebshofes auf dem Spinelli- Gelände ab. Dieser würde langfristig die Verlegung des Gewerbegebiets blockieren. Als Planungsziel soll die Stadt einen alternativen Standort entwickeln.

Der Grünzug soll in transparenter Bürgerbeteiligung zur Naherholung entwickelt werden

  • Die im Rahmen der Grünzugentwicklung vorgesehenen Formen der Bürgerbeteiligung müssen ergebnisoffen durchgeführt werden; die Ergebnisse sollen eine größere Verbindlichkeit für den weiteren Planungsprozess haben und in die Planungen der Landschaftsarchitekten einfließen.
  • Wir begrüßen Maßnahmen zu durchgehenden Fahrrad- und Fußwegeverbindungen im Bereich des Grünzuges Nordost (vgl. Rahmenplan Grünzug Mannheim Nord-Ost, S.42ff.).

Der erwähnte Rahmenplan ist als PDF hier abrufbar:
Rahmenplan Grünzug Mannheim Nord-Ost

Eine PDF-Version unserer Position ist hier abrufbar:
Auf dem Weg zum Grünzug Mannheim Nord-Ost