Bodenschatz und Erdenleben

Erkundungen im Erdreich - so könnte man zusammenfassen, was Birgitta Gräber-Bickel für das Umweltforum mit Schulklassen veranstaltet. Über das zurückliegende Projekt berichtet sie:

Begegnung mit einem Regenwurm, Foto: Birgitta Gräber-Bickel »Zu Beginn der Veranstaltung gab es immer wieder Kinder, die skeptisch und zurückhaltend gegenüber dem ›dreckigen Erdboden‹ und den Bodentierchen wie Regenwurm, Assel, Spinne und Co. waren. Die Scheu verringerte sich zusehends, wenn sie selbst erforschen konnten. Am Ende der drei Stunden hatten die allermeisten ihre Zurückhaltung verloren und auch ihren Ekel vor dem Element Erde. Sehne: ›Das hat mir Spaß gemacht - auf dem Maisfeld Regenwürmer auszubuddeln.‹ Cornelius: ›Wir haben schon zehn Regenwürmer gefunden und jedem einen Namen gegeben.‹ Die Begeisterung war groß, als im Waldpark junge Laubfrösche gefunden wurden und im Bürgerpark sehr vorsichtig eine Eidechse eingefangen werden konnte.
[…]

Es wurde interaktiv und handlungsorientiert den Fragen nachgegangen, wieso Erdboden so wertvoll gerade auch für uns Menschen ist (einige Stichworte: Ernährung, sauberes Wasser, Heimat ), warum er in Gefahr ist und wohin das Herbstlaub verschwindet. Mit einfachen Experimenten und unter Aktivierung aller Sinne konnten die SchülerInnen hautnah vor Ort im Wald oder auf Wiese und Feld erforschen, wie Erde entsteht, was Boden, Humus und Kompost sind.

Bodenschatz & Erdenleben, Foto: Birgitta Gräber-Bickel Verschiedene Erdbodenarten wurden in der Umgebung gesammelt und miteinander verglichen. Außerdem sammelten die Schülerinnen Dinge, von denen sie annahmen, sie gehörten zur Erde bzw. sie hätten nichts mit Erde zu tun. Überlegungen wurden angestellt, aus welchem Hauptmaterial unser Heimatplanet Erde besteht und wie der Zusammenhang mit dem Erdboden unter unseren Füßen ist.

Becherlupen und einfaches Bestimmungsmaterial wurden eingesetzt, um die Lebewesen zu entdecken, die in, unter und von der Erde leben. Hier lag ein Schwerpunkt auf der Lebens- und Arbeitsweise des Regenwurms. Immer wieder tauschten sich die Schülerinnen im Kreis über das Gefundene aus und gemeinsam mit der Referentin wurde es in den Kontext „Bodenschatz und Erdenleben“ gestellt.

Die Lernorte wurden so ausgewählt, dass sie von den Klassen in maximal 30 Minuten Fußweg erreichbar waren. Ein weiteres Auswahlkriterium war die Naturbelassenheit des Ortes. Die naturnahen Lernorte waren der Käfertaler Wald abseits von Wildgehegen und Wegen, eine Waldwiese sowie Wald im Waldpark, außerdem Wiesen und Felder im Bürgerpark nahe des Mannheimer Ortsteils ›Im Rott‹.

Die Resonanz der Lehrkräfte und Schülerinnen fiel auch in diesem Jahr durchweg positiv aus. Die Angebote wurden in der Regel mit großem Eifer angenommen und umgesetzt, manchmal trotz widriger Wetterbedingungen. Immer wieder war im Abschlusskreis von Kindern und auch Lehrerinnen zu hören, dass sie nicht gewusst hätten, wie wichtig der Erdboden sei und wie erstaunt sie über das Neue waren, dass sie entdeckt hatten.«